Der Tag an dem Umberto Eco starb

Serravalle Pistoiese

Eigentlich bin ich kein großer Hörbuch-Fan. Doch seit ein paar Minaten habe ich ein Audible-Abo. Ich fahre jeden Tag mit dem Fahrrad ins Büro und wenn die Podcasts leer gehört sind, greife ich auf das ein oder andere Hörbuch zurück. Ich habe gemerkt das es mir oft ziemlich schwer fällt mich auf die aufgezeichneten Sätze zu konzentrieren. Ich weiß das ich ein sehr langsamer Leser bin und so fehlt mir mein eigener Rhytmus und vielleicht auch das Gefühl von Papier zwischen meinen Fingern. Als ich also Donnerstag das neue Audible-Guthaben erhiert, wollte ich es in eins meiner Lieblingsbücher investieren. Diese Art von Bücher die man immer wieder gern liest. Etwas was ich schon kannte und meinen monotonen Arbeitsweg ein wenig aufhellen kann. Nicht etwa durch seine fröhlichkeit, sondern durch die wunderschänen Sätze. Ich musste nicht lange überlegen. Die Wahl viel sofort auf Der Name der Rose. Das Buch las ich ich zum ersten mal vor ein paar Jahren in der Toskana. Dies war mehr ein Zufalls als eine geplante, örtlich passende, Urlaubslektüre. Als ich vor dem alten toskanischen Bauernhaus saß und das Buch zum ersten mal aufschlug,und nach ein paar Seiten merkte wo die Geschichte spielt. Ich malte mir aus, das die Abtei sei identisch mit den alten Ruinen die wir am Tag vorher auf einen Hügel entdeckt hatten. Im morgendlichen toskanischen Nebel stellte ich mir vor der Novize Adson von Merl zu sein und flog durch die Seiten des Buches. Dies war der Beginn meiner Faszination für Umberto Eco. Ich habe bei welten nicht alles gelesen oder gar verstanden was er veröffentlich hat. Aber seine Wissenswurt und sein nicht endendes Interesse in allen Bereichen der Wissenschaft und Kultur sind eine riesige Inspiration. Seine private Bibliothek und seine These zur Anti-Bibliothek sind Teil meiner täglichen Träumerein. Und nicht zuletzt haben wir unseren Kate nach ihm benannt. Diese Entscheidung fiel sehr schnell. Am Morgen des Samstags, nachdem ich die ersten Kapitel "Der Name der Rose" gehört habe, las ich von seinem Tod. In einem Jahr wo fast wöchentlich eine Legende stirbt, ist es doch der Tod Ecos der ein mich am meisten berührt.

Petition für ein Selfie von Thomas Pynchon

Thomas Pynchon

Aus der Abteilung "Petitionen die die Welt braucht". Eine Petition an Barack Obama der sich darum kümmern soll, dass Thomas Pynchon einen Instagram Account eröffnent und Selfies posten soll. Wird sicher passiert... nicht.

We the people request that Thomas Pynchon make an Instagram account and post no fewer than one selfie, ensuring that his legacy will live on in this digital age.

The easiest way to accomplish this goal is for President Barack Obama to mandate the creation of a Pynchon instagram account, potentially titled "GravitysSelfie" or merely "Pynchon49" via executive order. An alternative method could potentially involve Pynchon willingly complying to appease his legion of loyal followers, hereby known as "Pynchies."

Note: We implore Mr. Pynchon not to abuse social media by posting pictures of his food.

Während die GroKo den Bandbreitenausbau in Deutschland liegen lässt...

Portrett av Hjalmar Pettersen (1856-1928) på sitt kontor

...hat Norwegen nun beschlossen alle norwegischen Bücher zu digitalisieren. Sie planen sie danach, zum Teil, zum freien Download anzubieten. Es soll sich um alle in norwegisch verfassten Bücher, die sich im Besitz der National Library of Norway befinden, handeln. Egal unter welchem Copyright sie sich befinden. Was ein Mammut-Projekt. Aber irgendwann muss man die Zukunft auch mal ins Haus lassen. Das ganze soll dann über norwegische IP-Adressen abrufbar sein. Die Bücher die unter der Public Domain sind, können wohl dann auch runter geladen werden. Aber man stelle sich eine maschinell-durchsuchbare Bibliothek vor. Noch nicht ganz Star Trek aber auf jeden Fall mehr als #schlandnet, #drosselkom und keine Bandbreiten auf Dörfern.

Mehr gibt es hier.

(via)

Morrissey's Autobiographie

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Ok gut. Ich habe erst ein paar Seiten der gerade erscheinenden Autobiographie von Morrissey gelesen. Aber wie super muss man sein wenn sein Werk gleich unter "Penguin Classics" erscheint. Es zeigt uns wie wichtig er und sein Werk für die britische Kultur ist. Einer der letzten großen Poeten. Ach Morrissey...

http://www.dailymotion.com/video/xctg3s_morrissey-we-hate-it-when-our-frien_music

Carnet de Voyage von Craig Thompson

carnet-de-voyage-cover

Gerade in den letzten Wochen bin ich mehrmals in der Woche in der Bibliothek in Nürnberg. Und mit jedem mal mehr merke ich das ich jeden Tag mindestens eine Stunde dort verbringen sollte. Ich bin einfach gerne umgeben von Büchern. Es könnten dabei niemals genug sein. In letzter Zeit habe mich an das Graphic Novel fest gesaugt. Endlich mal Zeit mich durch einige Klassiker zu lesen. Darunter auch gerade ein Buch von Craig Thompson welches ich vorher nicht kannte. "Carnet de Voyage" oder auch "Tagebuch einer Reise". Ein grafisches Tagebuch seiner Europareise und den Ausflügen nach Marokko um sich auf sein Buch "Habibi" vorzubereiten. Ich muss dazu schreiben, dass seine Werke "Blankets" und auch "Habibi" Meisterwerke sind. Blankets besitze ich in drei Ausführungen und spare mir ein erneutes lesen auf, um diese Geschichte nicht abzunutzen. Quasi für besonders melancholische Zeiten meines Lebens. Es geht um Craig Thompsons erste Liebe namens Raina und seine Kindheit in einem christlich Konservativen Elternhaus. Er schreibt und zeichnet über seine Zweifel im Glauben und ihre Konsequenzen in seiner persönlichen Kunst. Zu Tränen bewegend. Und auch in seinen Reisetagebüchern fliegen die ganzen Zweifel mit, an sich und seine Kunst, seine Heimweh und das Gefühl erschlagen zu werden von allen was auf ihn einprasselt. Ich weiß genau was er meint. Erschlagenheit die auf eingelöstes Fernweh folgt.