Melancholia: Depression on Film

Ophelia von John Everett Millais

Melancholia ist einer dieser Lieblingsfilme die ich nicht ein zweites mal schauen konnte. So intensiv habe ich ihn in Erinnerung. Der Nerdwriter hat über die Darstellung von Depression in dem Film ein Video gemacht.

Ein ganz wunderbares Poster zu Melancholia hat Tomer...

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Ein ganz wunderbares Poster zu Melancholia hat Tomer Hanuka geschaffen...haben will...

(via)

melancholia

Melancholia_PosterEigentlich war ich mir überhaupt nicht sicher ob ich mich auf diesem Film wirklich freuen sollte. Es gibt mehrere Gründe die mich aufgeben ließen. Ich mag Filme die fern ab von Hollywood funktionieren, ich mag Kirsten Dunst und ich mag Themen die nicht gerade von der nächsten ausserirdischen Roboterinvasion mit wunderbaren Titeln wie "Die Rückkehr der Rache" handeln. Dagegen sprachen folgende Thematiken: Weltuntergänge, Depressionen und Lars von Trier's Nazi-Aufritt in Cannes. Manchmal ertrage ich das Thema Depressionen in Filmen nicht wirklich. Zu sehr würde ich mich an selbige Gefühlswelten erinnern und eventuell sogar mit ihnen wieder untergehen. Ich muss ehrlich zugeben das ich es bis heute nicht geschafft habe "Dancer in the dark" mir anzuschauen. Er war mir einfach zu traurig.

Trotzdem war ich sehr gespannt auf den Film und meine Frau war da auch sehr die treibende Kraft mich ins Kino zu bekommen. Und es war super. Einer der beeindruckensten Filme der letzten Zeit. Ich war sofort fasziniert von dieser Bildgewalt und dieser Stimmung...welche man ja auch als "Melancholia" umschreiben könnte. Es wurden schon viele Reviews geschrieben und ich habe viele gelesen. Von den meisten war ich enttäuscht und habe dadurch gemerkt das es vielleicht gar nicht möglich ist diesen Film zu beschreiben oder zu interpretieren.

Der Film startet mit dem Weltuntergang. Ein Planet stößt mit der Erde zusammen und wird vollends vernichtet. Gepaart mit diesem Szenario sind einzelne Szenen die wie Gemälde wirken. Man sieht Claire wie sie mit ihrem Jungen auf dem Arm im Rasen des Golfplatzes versinkt. Wie Blitze von Justines Finger in den Himmel ziehen. In der nächsten Szene läßt sie sich in ihrem Hochzeitskleid einen Bach lang treiben. Ein Gemälde verbrennt...dazu Wagners "Tristan und Isolde" im Hintergrund.

Es ist Hochzeitstag und die Bilder wirken viel verwackelter. Es ist die Hochzeit von Justine. Wir sehen wie sie zwischen Freude und der Kälte immer wieder schwankt...nicht glücklich ist...oder einfach nur kalt. Immer wieder entzieht sie sich der Feier und ihrem Bräutigam. Es liegt in der Luft das etwas nicht zu stimmen scheint. Claire , ihre Schwester, sucht das Gespräch mit Justine die sich immer weiter entzieht. Es gipfelt in der Abreise des Bräutigams.

Es beginnt der zweite Teil des Films. Die Teile sind nach den beiden Schwestern benannt und spiegeln jeweils die Ängste wieder. "Melancholia". Claire lebt mit ihrem Mann und ihrem Sohn auf einem großen Landsitz der einem Palast gleicht. Es muss ein paar Wochen oder Monate nach der Hochzeit von Justine sein. Man erfährt das sie auf den Landsitz geholt wird weil sie so von ihren Depressionen heimgesucht wird das sie kaum mehr Kraft zum Leben hat. Es spielt in einer Zeit in der bekannt wird das ein unentdeckter Planet hinter der Sonne hervorkommt und auf die Erde zu rast. Die Wissenschaftler rechnen aus das er die Erde verschonen wird. Claire zweifelt an der Wissenschaft. Den einzigen Blick ausserhalb dieser Welt die mit dem Gebiet des Landsitzes endet ist eine Szene in der sie im Internet nach den Begriffen "Melancholia" und "Tod" googelt. Sonst ist sie mit ihrer Familie komplett isoliert. mindestens wirkt es so auf den Zuschauer. Kein Fernsehen und keine Zeitung. Ich frage mich wie die Szenen wirken würden wenn sie sich entscheidet mit ihrer Familie in die nächste Stadt zu fahren...wie wäre die Panik und Todesangst der anderen Menschen. Doch so wirkt es fast als ob nur sie sich auf ein Ende zu bewegt.

Als ihr Mann, der bis zum Schluss an die Wissenschaft glaubt und somit an das Verfehlen des Planeten und der Erde, herausfindet das die Erde die letzten Stunden vor sich hat begeht er Selbstmord. Er läßt seine Frau, Justine und ihren Sohn zurück. Die drei machen das einzig Logische: Sie versuchen dem Jungen keine Angst zumachen. Sie bauen sich eine "Zauberhöhle" und warten auf den gemeinsamen Tod. Das Ende der Menschheit. Und genau da ist es Justine die für den Jungen und ihrer Schwester da ist. Sie scheint froh zu sein das die Menschheit ausgelöscht wird. Während Melancholia auf die Erde rast sieht sie das Ende ihrer persönlichen Melancholie.