G20 und der schöne Götterfunke

Die Meinungen zu den Ereignissen zu dem G20 Gipfel überschlagen sich in einer Welle zu der man garantiert Stellung beziehen muss. Mittlerweile ist es sogar so, dass man als Mittäter gilt, sobald man versucht zu Differenzieren. Ein paar Hipster reinigen die Fassaden von Banken in Hamburg und der Polizei wird uneingeschränkte Ehre gegeben. Polizeigewalt gab es ja nie. Dies soll kein Beitrag zu Motiven oder eine Meinung wieder spiegeln.

Samstag Abend schalteten wir auf N24 um ein kleines Update zu den Ausschreitungen zu bekommen. Der Bildschirm war zweigeteilt. Links die, gerade sich hoch schraubenden, Ausschreitungen und rechts die vollständige Übertragung des Abendprogramms der Politiker in der Elbphilharmonie. Beethoven wird gespielt. Jede Emotion des Stücks scheint sich aktiv in den Verlauf des linken Bildes aus zu wirken. Jede kleine Schwankung hat direkten Einfluss auf diese Dissonanz auf der gegenüber liegenden Seite. Als ob die Politiker in einem, mit Kunst und Kultur ausgekleideten, Kokon den Abend verbringt, noch nicht wirklich wissend wie es diesen Abend weiter gehen wird. Ein perfektes Kunstwerk, welches wir auf der documenta 14 so vermisst haben. Eine Arbeit die einen sofort an V wie Vendetta oder Clockwork Orange erinnert. Perfekt!

Das einzige Monko: Die komplette Sendung ist nicht online verfügbar.

FAQ für besorgte Bürger

Enno Lenze hat ein FAQ für "besorgte Bürger" geschrieben. Ich finde den Ansatz nicht schlecht. Ich stimmte mit allem nicht überein und auch die Ausseinandersetzung mit diesen Menschen liegt mir ein wenig Quer im Magen. Aber nur weil mir sowas schwer fällt muss es nicht immer falsch sein. Es ist auf jeden Fall eine gute Idee.

20 Jahre zapatistischer Aufstand

cc-by-sa Jose Villa

"Are you going to win?" the journalist asked the rebel.

"We don't deserve to lose," the rebel answered.

Nun ist der zapatistische Aufstand in Mexiko schon über 20 Jahre her.

Die EZLN wurde erstmals am 1. Januar 1994 der breiten Öffentlichkeit bekannt, dem Tag des Inkrafttretens des nordamerikanischen Freihandelsabkommens NAFTA. Maskierte Kämpfer besetzten gleichzeitig fünf Bezirkshauptstädte im Osten von Chiapas, erklärten der mexikanischen Regierung den Krieg und ihren Willen, bis nach Mexiko-Stadt zu marschieren um dort die Regierung zu stürzen. Allerdings verfehlten sie das Ziel, eine landesweite Revolution loszutreten. Nach einigen Tagen des Kampfes zogen sich die Zapatisten aus den Städten in die schwer zugänglichen Dschungeltäler zurück, in denen die sie unterstützende indigene Bevölkerung lebt.
Subcomandante Marcos (links) mit Comandante Tacho in Chiapas (1999)

Nach 12 Tagen bewaffneter Kämpfe im Januar 1994 wurde auf Druck der Zivilgesellschaft in den mexikanischen Großstädten ein Waffenstillstand erreicht. Unter Vermittlung des katholischen Bischofs Samuel Ruiz kam es zu Verhandlungen, die zwei Jahre später zur Unterzeichnung der Verträge von San Andrés führten, die die Aufnahme von Autonomierechten für die indigene Bevölkerung in die mexikanische Verfassung vorsahen. Allerdings wurden diese Verträge trotz einer massiven Kampagne seitens der zapatistischen Rebellen und Teilen der internationalen Zivilgesellschaft nie in die Verfassung aufgenommen. Daher setzte die EZLN im Osten von Chiapas eine De-facto-Autonomie um.
Wikipedia

Vice hat dazu eine kurze Dokumentation veröffentlicht. Und mal ehrlich... wie super ist das Foto vom Subcomandante?

Das einzig spannende an dem Slomka-Gabriel Duell

gabrielslomka

Als ob Gabriel's Empörung und Slomkas Fragen nicht schon peinlich genug wären. Ok es war ganz nett. Man ist ja immer dankbar wenn mal etwas anderes im GroKo-Sumpf passiert. Da geben wir uns sogar mit diesem Interview zufrieden in dem Sigmar Gabriel und Marietta Slomka ein wenig aneinander geraten. Mehr ist es auch nicht. In der Twittertimeline sah dies viel spektakulärer aus, als ich es empfunden habe. Ich dachte das Thema sei damit abgehakt und wir warten alle gemeinsam auf den Untergang des Abendlandes. Falsch. Genau in diesem Moment meldet sich Horst Seehofer und kritisiert die kritische Presse in einer angeblichen kritischen Pressefreiheit. Dies ist der einzige Skandal an dieser Geschichte. Wenn das ZDF nun staatlich unabhängig wäre. Ist es aber nicht. Die Parteien sitzen in den Sendern und treffen Personalentscheidungen. Da bekommt man schon ein wenig Gänsehaut. Die ganz schlimme.

Der Tag ist gekommen

Der Tag ist gekommen an dem man fast sogar, ein wenig, vielleicht, die FDP vermisst. Mir fällt gerade ein wenig der Draht aus der Mütze. Der Brainfart "Vorratsdatenspeicherung" ist wieder da. Das Datenspäh-Projekt der EU, welches von der FDP wieder ausgesetzt wurde. Dank der SPD kann Friedrich den NSA Mode wieder nach oben schrauben. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich fast meine Stimme der SPD gegeben hätte. Kurz hatte ich im Wahllokal darüber nachgedacht. Die Angewidertheit über das Unionsche-Weltbild war doch sehr groß. Ich habe mich dann doch für die Piraten entschieden. Es war klar das sie es nicht in den Bundestag schaffen, aber das reine Gewissen siegte dann doch. Auch wenn ich mich bis Meppen ärger, bin ich doch froh diesen Leuten nicht meine Stimme gegeben zu haben. Demokratie ist doch kein Ponyhof. Bevor man Teil der "GroKo" war, war anscheinend die Empörung noch groß über die Ausspähungen der Geheimdienste. Dann winkt die Regierungsbeteiligung und man ist mitten drin. So einfach ist Politik. Werte sind dann doch sehr flexibel zu nehmen. Danke für nichts Deutschland.