Long Live Film

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Ich liebe Film. Und auch wenn ich in manchen Situationen Digital zu schätzen weiß, bleibt Film das Material meiner Wahl. Ich glaube es ist die Vorfreude auf jedes einzelnen Bild, welches man nicht sofort nach dem Auslöser drücken, betrachten und vergleichen kann. Gerade in diesem Moment ist immer noch ein Film in meiner Kamera mit Fotos aus unserem letzten Urlaub die ich sehr gerne sehen würde. Das verleitet mich aber immer noch nicht dazu den Film sinnlos "aufzufüllen".

Ich freue mich, dass ich nicht alleine mit dieser Liebe zu Film bin. Mein Herz steht immer für einen Moment still wenn schlechte Nachrichten durch das Internetz schwappen. Wieder eine Filmfirma die Pleite ist, wieder ein Film der eingestellt wird. Kodak ist da gerade ein aktuelles Beispiel. Ihr Tri-X schwarz-weiß Film war ein Standard in der Fotografie. Ein Film der viel verzeiht und auch in schweren Lichtverhältnissen ausgereizt werden konnte. Nun muss man warten und hoffen was aus Kodaks Filmgeschäft wird. Oder auch mein heiß geliebter Rodinal Entwickler. Original von Agfa hergestellt, eins der ältesten Filmprodukte überhaupt, blickt man in eine ungewisse Zukunft. Gerade lebe ich von "Nachbauten" der Filmchemie von Dritt-Herstellern. Kodak hat nun in Kooperation mit dem Indie Film Lab einen Dokumentarfilm gedreht. Und wie könnte es anders sein, dreht sich alles um die Liebe zum Film. Ich hoffe das ich ihn irgendwann mal sehen kann.

The Last Roll of Kodachrome

cc-by-sa Metroplex

Steve McCurry hat den aller letzten Kodachrome Film beschossen und National Geographic hat darüber eine Dokumentation gemacht. Den ganzen Beitrag durchzieht ein Hauch von Melancholie. Etwas was man mit einer digitalen Kamera vielleicht gar nicht spüren kann. Good Night Sweet Princess...Kodachrome...

(via)

Sofia Coppola über ihre Kodak-Filmauswahl

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Es ist schon interessant das die Filmauswahl, mit der gedreht wird, so einen starken Unterschied auf die Stimmung eines Filmes nimmt. Manche Filme haben durch die Farbgebung und den Kontrast Einfluss auf das Gefühl was ein durch den Film trägt. "The Virgin Suicides" von Sofia Coppola ist da ein herausragendes Beispiel. Ganz abgesehen von der Geschichte hat die reine Optik des Films mich dazu veranlagt einmal zu sagen, dass ich wünschte meine Fotos würden so aussehen wie "The Virgin Suicides" wirkt. Und nachdem ich dieses Zitat von Sofia Coppola, zu ihrer Filmauswahl, gelesen habe... war mir alles klarer als vorher.

"So I began to shoot tests with different film stocks and found a low-contrast Kodak stock, 5277, that I had never used before. It was softer, muted, and had noticeable grain to it. I thought it would help create a forlorn nostalgia in the mood of the story. I discovered the stock was being discontinued and had to find all that was left of it in Canada and the US to be able to use it. The film’s pastel quality and the way it rendered colors also helped to create the images of fantasy and desire of the adolescents, like the melancholy longing of the novel."
Sofia Coppola

Digital scheint seine Vorteile in der Filmproduktion zu haben. Aber irgendwie finde ich die Entwicklung ein wenig traurig. Kodak ist so gut wie tot. Wie wird die Zukunft aussehen? Keine Ahnung. Filme wie "The Virgin Suicides" werden aber immer als Inspiration gelten, dass die Optik einen Film besonders macht.

Das letzte Labor das Kodachrome entwickelte

Liest man die Medien der letzten Tage pfeifft Kodak aus dem letzten Loch. Es stimmt mich traurig da ich ein großer Fan des schwarz-weiß Films Tri-X 400 bin. Ich hoffe das es irgendwo ein Wunder gibt was uns diese geschichtsträchtige Firma erhält. Meiner Meinung nach gibt es eine nicht sehr kleine Nische für Film-Liebhaber. Es mögen nicht viele sein aber nach meinem Gefühl werden es täglich mehr. Zu groß ist noch der Unterschied der Optik und das Do-ing zwischen Film und Digital. Mir fehlt bei Digital einfach das Handwerk dahinter. Man kann es vielleicht sogar mit Fast und Slowfood vergleichen. Jeder der sich für wenig Geld eine digitale Spiegelreflex kauft behauptet von sich ein Fotograf zu sein. Ich habe das Gefühl das die Fotos nicht gerade besser werden. Bei einer Rolle Film überlegt man bevor man den Auslöser betätigt. Jeder Schuss bedeutet Kosten und Arbeit in der Entwicklung. Ich gebe auf jeden Fall nicht auf an Film zu glauben.

Kodachrome ist die Legende unter den Farbfilmen. Nun leider hat Kodak ihn eingestellt und da sie die Rezeptur für die Entwicklungschemikalien nicht veröffentlichen wollen, gab es nur noch ein Labor weltweit welches diesen Film entwickelt hat. Über dieses Labor handelt der kleine Dokumentarfilm. Absoluter Filmlaborporno.