Python Programme ausrollen mit PEX

Python hat mit vielen Vorurteilen zu kämpfen. Es sei langsam, nur komisches Gescripte, entweder zu dynamisch oder nicht dynamisch genug. Ein, zum Teil, verständlicher Vorwurf ist die Schwierigkeit des Ausrollens und Veröffentlichung von Paketen. Dem möchte ich nur zum Teil zustimmen. Als völliger Programmier-Noob tue ich es mir ab und zu wirklich schwer eine gute setup.py zu schreiben. Und muss ich dies tun, suche ich mich durch die verschiedensten Auswüchse meiner liebsten Python-Projekte auf GitHub. Was mir da immer hilft, ist das Beispiel Projekt. Daran kann man sich wunderbar entlang hangeln. Dann steht das nächste Problem an. Wie veröffentliche ich das ganze am besten. Einerseits lädt man es bei PyPI hoch. Auf der Benutzerseite fragt man sich jedesmal wie man das Paket am besten installieren. Man möchte niemals pip install als root ausführen und das Paket einfach blind in den globalen Raum installieren. Es gibt pip install --user foobar. Dies installiert es zwar global aber nur im eigenen Home-Verzeichnis. Auch nicht so toll und es kann natürlich zu Abhängigkeitesproblemen kommen, so sehr diese Raum mit anderen Paketen wächst und immer mehr verwulstet. Zum entwickeln benutzt man immer virtualenvs um sich seine abgeschlossenen Umgebungen zu bauen. Als Anwender ist das auch ziemlich unschön diese zu managen und am Ende verliert man dann doch den Überblich. Es gibt da pipsi. Dieses kleine Tool nimmt das Umgebungs-Management in die Hand. Funktioniert ganz wunderbar. Doch noch gibt es ganz andere Problemherde. Was ist mit Abhängigkeiten die ein Kompilieren nötig haben? Immer mehr Sachen müssen installiert werden und am Ende klappt es zwar irgendwie, schön ist es aber nicht. Gerade wenn das Paket von normalen Endnutzern benutzt werden soll.

Neben Tools wie pyinstaller gibt es, das von Twitter entwickelte, PEX. Dies macht sich zu eigen das Python Module aus Zip-Files importieren kann und Python wohl ziemlich vergibt was die Struktur von Zip-Files anbelangt. pex bastelt ein virtualenv, zippt es und knallt einen Shebang vor das Zip. Nun ist es ausführbar und man benötigt nur noch einen passenden Python Interpreter, alles was zum ausführen gebraucht wird, befindet sich in dem Zip. Dies ist ein anderer Ansatz als Python und seine Abhängigkeiten in ein Gesammtpaket zu schnüren. Python wird weiterhin auf dem System gebraucht. pex unterstützt sogar mehrere Python Versionen und Plattformen in einem PEX-File.

Ich habe das ganze mal für mein kleines Tool DoTheBackup gemacht:

pex -e dothebackup.ui:main --python=python3.6 --python=python3.5 --python=python3.4 --python-shebang=/usr/bin/python3 -o dist/dothebackup-`uname -s`-`uname -m`.pex --no-wheel --disable-cache -v .
  • -e dothebackup.ui:main: Dies ist der Entrypoint. Also die Funktion die ausgeführt wird, wenn das Programm ausgeführt wird. In diesem Fall eine click Funktion.
  • --python=python3.6: Hier beschreibt man die Python Version für die das File gebaut wird. Das schöne: Man kann mehrere angeben.
  • --python-shebang=/usr/bin/python3: Wir wollen es so universell halten wie möglich. Standardmäßig setzt pex hier die volle Version ein: /usr/bin/python3.6. Dies bringt uns aber nichts wenn es auch auf anderen Versionen laufen soll. /usr/bin/python3 should do the trick.
  • -o dist/dothebackup-uname -s-uname -m.pex: Dies beschreibt das Outputfile. In diesem Fall: dothebackup-Linux-x86_64.pex.
  • --no-wheel: Dies habe ich gebraucht wegen irgendeinen Fehlers. Er benutzt zum bauen keine wheels.
  • --disable-cache: pip benutzt keine Pakete aus dem Cache.
  • -v: Verbose.
  • .: Die Location.. also das aktuelle Verzeichnis.

Das bauen des PEX-Files lasse ich von Travis machen. Dies in meinem ultimativen Python Docker Image. Alles dazu findet ihr in dem Repo.

Hier noch ein kleines Video das PEX erklärt:

Linux Audio an UPNP und Chromecast

Ich sitze krank zuhause. Was stellt man an? Der Kopf brummt und das so laut und intensiv, dass man am besten, natürlich kontraproduktiv, an seinem Linux-Audio-Setup rumschraubt. Oder ist dies der Grund für mein Unbehagen? Was kann denn da schon schiefgehen? Ich starte mal mit einem kleinen Schaubild meines Setups.

                                                +------------------------+
                                                |                        |
                                                |                        |
+----------------------+                   +----v-----+                  |
|  firefox/mpv/...     |                   |          |                  |
|  through pulseaudio  |         +---------+  client  +------------+     |
+------------+---------+         |         |          |            |     |
             +                   |         +----------+            |     |
         streaming           streaming                             |     |
             +                   |                                 |     |
   +---------v---------+         |                                 +     |
   |                   |   +-----v------+                       control  |
   |  pulseaudio+dlna  +--->  upmpdcli  |                          +     |
   |                   |   +-----+------+                          |     |
   +-------------------+         |                                 |     |
                             streaming     +----------+            |     |
                                 |         |          |            |     |
                                 +--------->  mopidy  <------------+     |
       +------------------+            +--->          |                  |
       |      sources     |            |   +----+-----+                  |
       |(emby/youtube/...)+-streaming--+        |                        |
       +------------------+                +----v-----+                  |
                                           | snapcast |                  |
                                           +----+-----+                  |
                                                +                        |
                  +------------------+      streaming                    |
                  |                  |          +------------------------+
                  |   snapclient on  |          |
                  |   raspberry pi   <----------+
                  |                  |          |
                  +------------------+          |     +--------------+
                                                +-----> more         |
                                                      | snapclients  |
                                                      +--------------+

Im Endeffekt ist die Schaltzentrale mopidy mit seiner Möglichkeit Audio aus mehreren Sourcen entgegen zu nehmen und sie auch auf verschiedenste Möglichkeiten wieder auszugeben. Der Grundgedanke mit mopidy war wohl: ein Server der über das Netzwerk Lieder entgegennimmt und sie dann über, die an dem Server angeschlossenen, Lautsprecher abspielt. Nun sind wir im großen Streaming-Zeitalter und wieso sollte ich für jeden Raum den ich bespielen möchte einen mopidy-Dienst betreiben? Also schiebt mopidy seinen Output in einen snapcast-Server, der dann von vielen Clients angefragt werden kann und das Audio versucht, synchronisiert, abzuspielen. Daran können viele Clients sich ihr Audio abholen. Ich habe einen Raspberry Pi im Wohnzimmer an meine Stereoanlage angeschlossen auf dem ein snapcast-Client läuft. Zusätzlich nutze ich die snapcast-App auf meinem Telefon an dem ich Aktivlautsprecher anschließe und diese in der Küche betreibe. Funktioniert sehr gut. Sogar über VPN nutze ich snapcast. So kann ich per mopidy mir Lieder auswählen, aus egal welchen Quellen, und sie dann einfach abspielen, egal wo ich bin. Eine Komponente ist upmpdcli. Damit läßt sich mopidy durch MPD-Clients steuern. Der Clou: Man kann sogar per UPNP Tracks durch upmpdcli zu mopidy durchreichen. Dies funktioniert nicht immer perfekt aber immer wieder überraschend gut. Nun fing ich an zu googeln. Es wäre natürlich am schönsten, wenn ich so auch Inhalte meines Laptops in mein Audio-Setup geben könnte. Und natürlich gab es da etwas: pulseaudio-dlna! Und wer hätte das denken können: ich bin mittlerweile voll auf dem Pulseaudio-Zug, begeistert, aufgesprungen. Hat ja nur wie lange gedauert? Zehn Jahre? Damals wurde es zu dem Standard in Ubuntu und alles was es konnte war, dass es keinen Sound mehr gab. Zumindestens auf meinem System. Nun nutze ich es gerne für genau solche Setups. Man started pulseaudio-dlna und öffnet pavucontrol. Spielt nun ein Programm Audio ab, kann man es über einen UPNP-Renderer (in meinem Fall upmpdcli + mopidy) ausgeben lassen oder sogar über einen Chromecast.

Übrigens versuche ich die meiste Software für Alpine Linux zu Verfügung zu stellen, wenn es sie nicht schon gibt. Ich versuche all meine Docker-Images auf Alpine basieren zu lassen. So kommt alles aus einem Guss und ich kann auch noch ein wenig diese tolle Distro unterstützen.

Mein ganzes Setup ist in Docker gegossen. Alles dazu findet man hier.

Docker aufs auf einem Ubuntu 16.04 LTS

Ich bin gestern auf was gestossen. Ich betreibe einen kleinen Server mit einer Mastodon Instanz mit nur mir als User. Der Server auf dem dies läuft ist ein Ubuntu 16.04 LTS.

Das neue Mastodon Docker Image hat einen Entrypoint der bei jedem Aufruf des Containers erstmal einen Haufen Files nach ihren Benutzerrechten abfragt und diese dann gegebenenfalls ändert. Dies hat beim letzten Update dann einfach Stunden gedauert, da bei jeder Datenbank-Migration oder Assert-Kompilierung erstmal wieder alle Files durchkämmt wurden. Ein Graus. Ein wenig in den Bugreports von Mastodon geschaut und auch was gefunden. Anscheinend liegt das an dem Storagedriver overlay2 und mit aufs sollte dies "viel schneller" gehen. Unter Ubuntu Zesty ist aufs wohl auch der Default. Nun unter 16.04 sieht man davon nichts. Dies kann man mit grep aufs /proc/filesystems überprüfen. Es gibt aber einen Weg...

  1. Mit sudo apt-get install linux-image-extra-$(uname -r) linux-image-extra-virtual die passenden Pakete installieren

  2. Mit sudo modprobe aufs das Kernelmodul laden

  3. grep aufs /proc/filesystems sollte nun was auswerfen

  4. Das File /etc/docker/daemon.conf so anpassen das auch wirklich aufs genutzt wird

    {
        "storage-driver": "aufs"
    }
    
  5. Docker neu starten mit service docker restart

  6. Mit docker info überprüfen ob wirklich aufs genutzt wird

  7. aufs zu /etc/modules hinzufügen damit es auch nach einem Neustart funktioniert

  8. Nun kann /var/lib/docker/overlay2 gelöscht werden. Alle Images müssen nun neu heruntergeladen oder gebaut werden

Audio überall. Mopidy und Snapcast

source:

Musik hören geht alle Zeiten wieder durch mehrere Iterationen. Von wild, ungetaggten, Files die ich bin XMMS abspielte, über die ersten Versuche mit einer Verwaltung unter Amarok und eine sehr düstere Zeit mit, dem vom Herzen tiefst gehassten, iTunes. Das erste Licht am Ende des Tunnels sah ich mit MPD und dem Feature von ncmpcpp Tags und Files umzubenennen und richtig zu taggen. Später dann mit Picard vom MusicBrainz Projekt. Dann kam ich schnell auf ein Kommandozeilen-Tool was dies auch ganz wunderbar kann: beets. Ab da wollte ich mir nicht mehr von anderen Programmen in meine Files schreiben lassen und erst recht nicht sortieren. Nun gibt es Clouds oder ähnliche Marketingkonstrukte und man installiert sich Software auf dem Heimserver wie Plex oder seine Open-Source-Alternative Emby. Mit diesen Diensten kann man seine Mediensammlung theoretisch über das Internet konsumieren. Klappt in den besten Fällen ziemlich gut. Gerade die UI von Emby kommt mir ziemlich behäbig vor (kann natürlich auch an meinem Server liegen). Ich erinnerte mich an meine unbeschwerte Zeit mit MPD. Alles flutschte und funktionierte mit den verschiedensten Clients. Nun gibt es ein kleines Projekt mit dem Namen Mopidy. Ein in Python geschriebener Audio Server der so tut als ob er MPD ist aber noch viel mehr zu bieten hat. Es gibt Plugins um auf die verschiedensten Bibliotheken zuzugreifen. Unter anderem Spotify, Youtube, Google Music, usw. Also habe ich mich mal ran gesetzt und ein Emby Plugin geschrieben. Nun kann ich das langsame UI umgehen und viele weitere Möglichkeiten machen sich auf.

Ich lasse Mopidy und Snapcast in einem Docker Container laufen. Snapcast bietet Multi-Room Streaming. Mehrere Devices die über das Netz ihren Output synchronisieren und das bei mir sogar über ein VPN hinweg. So kann ich Raspberry Pi's über all im Haus verteilen. Diese starten dann den snapclient nach dem booten und die Musik spielt ab.

Mopidy muss dazu den Output in ein FIFO-File schreiben. Dazu muss in der Config folgendes stehen:

[audio]
output = audioresample ! audioconvert ! audio/x-raw,rate=48000,channels=2,format=S16LE ! wavenc ! filesink location=/tmp/snapfifo

Den Server startet man mit den Defaults mit einem einfachen snapserver. Der Client sollte den Server über Avahi finden. Da ich den Port an meinem Container nicht freigegeben habe mache ich das manuell mit snapclient -h 192.168.1.77. Mein Docker Setup findet man hier.

xonsh aus Bash heraus starten

Noch ein kleiner Nachtrag zu dem Artikel von gestern. Heute wollte ich mal wieder in meiner Blogging Vagrant Docker Box alles auf den neusten stand bringen. Ich benutze dazu vagrant provision. Dies startet das Provisioning, also holt meine neuen Config-Files. installiert neue Software usw. Ansible benutzt SSH um auf die Vagrant Box zuzugreifen und dies war auf einmal ein Problem. Ansible lief sofort an die Wand.

/bin/sh: sudo -H -S -n -u root /bin/sh -c 'echo BECOME-SUCCESS-mtobhjchhszgqaaixzbsbsolwbuprmhn; LANG=de_DE.UTF-7 LC_ALL=de_DE.UTF-8 LC_MESSAGES=de_DE.UTF-8 /usr/bin/python /home/vagrant/.ansible/tmp/ansible-tmp-1469778394.25-104576843898387/apk; rm -rf \"/home/vagrant/.ansible/tmp/ansible-tmp-1469778394.25-104576843898387/\" > /dev/null 2>&1' && sleep 0: not found\r\n

Loggte ich mich ein und führe das Ansible Playbook manuell aus, kein Problem. Ich hatte xonsh als Login Shell eingerichtet und da läuft etwas schief. SSH ruft den Befehl per exec auf und da hat xonsh noch ein paar Probleme. Es gibt den Shell Befehl exec und die Python-Funktion exec. Diese sind schwierig zu unterscheiden und schon läuft es schief. Es wird an einem Fix gearbeitet. Der soll auch in den nächsten Tagen released werden. Bis dahin habe ich mich dazu entschieden meine Login-Shell wieder auf Bash umzustellen und daraus dann xonsh zu starten.

Dazu benutze ich das File ~/.profile. Dies ist dafür da Sachen beim Login auszuführen. Aber nur wenn es ~/.bash_profile und ~/bash_login nicht gibt. Ich erweitere also ~/.profile.

[ -f /usr/local/bin/xonsh ] && exec /usr/local/bin/xonsh

Wenn es /usr/local/bin/xonsh gibt dann führe es aus.

Ich nahm an das es so funktionieren würde. Falsch gedacht. Es gab einige Probleme. Das schwerwiegendste war das LightDM mich nicht mehr einloggen wollte. Es liest beim einloggen die ~/.profile und der exec Befehl behindert das ausführen von i3. Das starten von xonsh aus .profile heraus erschien mir als ein guter Weg. Aber sind wir mal ehrlich: Das ich xonsh nicht per chsh setzen kann, endet wohl oder übel in heftigstes, unsauberes gefrickel. Was macht man sonst an einem Samstag Vormittag? Nun kam ich zu folgender Lösung: Ich starte xonsh aus der ~/.bashrc mit:

[ -f /usr/local/bin/xonsh ] && exec /usr/local/bin/xonsh

Überraschung: die wird nicht immer geladen. SSH auf eine Alpine Linux Box warf mich in eine bash Shell. Also sollte man sich eine ~/.bash_profile anlegen mit folgenden Inhalt:

if [ -f ~/.bashrc ]; then
  . ~/.bashrc
fi

Nun geht erstmal wieder alles. Ein Workaround... aber was solls? Ich warte auf das nächste Krachen. Aber am meisten freue ich mich auf den Fix.