Claude Lanzmann

Und schon wieder ist jemand von uns gegangen. Das tröstende ist, ihr Werk bleibt uns. In dem Fall von Claude Lanzmann hofft man auf viele Hörende, Sehende, das er nie vergessen wird, seine Filme viele Menschen erreichen, sie zum nachdenken bringt, sie sich erinnern.

Den ersten Film den ich sah, war Warum Israel?. Gedreht 25 Jahre nach Staatsgründung, erklärt er die Notwendigkeit des Staates Israel mit einer zurückhaltenden doch klaren Draufsicht.

Klar ist mir sein Hauptwerk Shoah ein Begriff, meine Kopie eingeschweißt im Schrank. Ich habe Angst vor diesem Film. Kenne ihn nur in Ausschnitten. 540 Minuten über das größte Verbrechen der Geschichte.

"Es gibt in Shoah keine Sekunde mit Archivmaterial, weil dies nicht die Art ist, wie ich denke und arbeite, und, nebenbei gesagt, solches Material gibt es gar nicht. […] Wenn ich einen Film gefunden hätte – einen geheimen Film, weil das Filmen verboten war –, gedreht durch die SS, in dem gezeigt wird, wie 3000 Juden – Männer, Frauen und Kinder – zusammen sterben, in der Gaskammer des Krematoriums 2 in Auschwitz ersticken, so hätte ich ihn nicht nur nicht gezeigt, ich hätte ihn sogar vernichtet. Ich kann nicht sagen, warum. Das passiert von selbst."

Zu Ehre seines Lebens zeigt Arte den gesamtem Film am 20:15 Uhr. Dann auch in der Mediathek.

Seit gestern auch in der Mediathek: Eine Dokumentation über Claude Lanzmann und die Arbeit an Shoah.