Gibt es ein beklemmenderes Gefühl als der Moment...

Gibt es ein beklemmenderes Gefühl als der Moment an dem man sein, gerade runtergefallenes, elektronisches Spielzeug aufheben muss? Es graust einen die ganze Zeit davor...dann passiert es...was macht man nun? Es muss ja auch mal passieren. Also rein statistisch. Man steckt den Akkudeckel wieder drauf und macht einen ersten optischen Test...ach was solls...sowas macht mich halt fertig...

Das Leben an der Zugstrecke

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Als wir uns diese Wohnung am Dutzendteich in Nürnberg angesehen haben war uns klar das sie direkt an einer Zugstrecke lag. Der Vermieter versicherte uns das er auch extra die besten schallgeschützen Fenster eingebaut hat. Mir war nicht bewusst wie es sein wird direkt an so einer Zugstrecke zu wohnen. Ich bin in Wolfsburg in einem sehr ruhigen Vorort aufgewachsen. Ich kenne nichts anderes als ein Auto was ab und zu vorbei fährt. Das was ich nach einem halben Jahr hier in dieser Wohnung gelernt habe: Ich liebe es...ich liebe jeden einzelnen Zug der vorbei fährt. Wenn man aus den Fenstern schaut und sich fragt wo dieser Zug hinfährt, oder woher er kommt. Was passieren würde wenn wir jetzt in diesem Zug sitzen würden. Romantische Hobbo Geschichten spielen sich jedes mal in meinem Kopf ab. Es sind wie die Adern der Reise die durch Europa sich ziehen und mit jedem Klappern der Züge wünsche ich mir mehr diese Welt zu bereisen...

Fast ein Monat

Nun ist es fast einen Monat her das ich wieder an der Nadel hänge. Insulin heißt meine Droge...und leider brauch ich es zum leben. Mindestens fünf mal pro Tag brauche ich die Injektion. Zweimal in den Oberschenkel und die restlichen Male in meinen Bauch. Es gibt Tage da schmerzt es mehr und an manchen Tage spüre ich es kaum. Ich produziere Plastikmüll in Massen. Jeder Blutzuckerteststreifen, jeder Nadel die nach jedem mal Stechen getauscht werden muss. Es ist zwar immer nur ein kleiner Stich...rechnet man es aber hoch auf ein ganzes Leben hört man schnell auf mit dem Überschlagen. Jeder Apfel wird zu einer Injektion. Eine Transformation an die man sich glaube ich niemals gewöhnen oder verstehen kann. Alle paar Tage verlässt einen der Mut zur Genauigkeit. Man vernachlässigt sein Diabtes-Tagebuch oder lässt Mahlzeiten aus nur um die externe Insulinzufur zu reduzieren. Auch wenn es mich alle paar Tage in Tiefen reißt darf man nicht aufgeben...und irgendwie glaub ich auch weiterhin an Wunder.

blogs und so

Manchmal weiß man nicht wirklich wie man das Blog zu benutzen hat. Ist es einfach ein Notizbuch für witzige Internet Videos oder doch mehr. Vielleicht sogar ein Notizbuch für mehr? Ich weiß selber nicht was das hier soll. Im Endeffekt lesen es noch nicht mal eine handvoll Menschen. Vielleicht ist das sogar eine positive Eigenschaft dieses Blogs. Das soll kein Seelenstriptease sein aber vielleicht nutze ich das Blog mehr um Erfahrungen durch die ich gerade gehe nieder zuschreiben. Überhaupt mehr zu schreiben. Das Schreiben zu lernen. Es geht nicht anders als einfach los zuschreiben. Den Kopf zu leeren. Auch wenn ich mich nur als Teilzeit-Legastheniker sehe. Vielleicht ist das sogar der Beginn von mehr Blogposts...die aus mehr bestehen als Videos oder Fotos.

Trotz Zensurandrohung und Ausnahmegesetzen denke ich das es noch nicht soweit ist in Deutschland das das Internet überwacht wird oder ca. staatskritische Inhalte gelöscht werden. Auch wenn es noch nicht so ist wie in China sollten wir unsere Energie darin verwenden das es auch so bleibt...oder es sogar noch besser zumachen. Denkt man an die Internetausdrucker der Regierungsparteien... Gerade jetzt nach den Terroristen aus Thüringen...und die Politiker der rechten Mitte mehr Kontrolle im Internet fordern.

Gestern habe ich die deutsche Ausgabe des Buches "Der verbotene Blog" von Ai Weiwei in den Händen gehabt. Natürlich konnte ich noch nicht soviel lesen, aber die Grundfrage hat mich beschäftigt...in einer Zeit in der Regierende danach streben unsere Freiheit zu beschränken...sollte das Internet nicht voll von Aktivisten sein? Das bedeutet nicht das jeder Mensch auf die Straße muss oder Server hacken sollte...es geht um die Grundhaltung wie wir das Internet benutzen und vor allem für was. Die Informationen als kostbares Gut zu betrachten. Blogs zu pflegen...zu unterstützen...sich zu vernetzen...solange wir noch die Freiheit dazu besitzen. Ich glaube "Verbrüdern" ist der Begriff den ich gesucht habe. In der heutigen Zeit ist der Satz vielleicht abgedroschen aber so real wie noch nie: "Information ist Macht". Diesen Ausspruch möchte ich paaren mit der Aussage "Jeder Mensch ist ein Künstler" von Jospeh Beuys. Wie wichtig es ist zu erkennen das hinter jedem Arbeiter, jeder Kraft, den Ausgestossenen, den Armen, den Verlassenen Künstler stecken. Wieso verdrängen wir dieses Gefühl? Wieso leben wir nicht wie die Künstler...schließlich ist das Internet auch nicht mehr als eine weiße Leinwand oder ein leerer Raum der gefüllt werden muss.